Regisseurin Sophie Linnenbaum

„Ich sehe viele Chancen, aber auch Nachholbedarf“

Frau Linnenbaum, wie beurteilen Sie als erfolgreiche Nachwuchsregisseurin die Situation für junge Filmemacherinnen und Filmemacher in Deutschland?
Das ist eine schwierige Frage, da die Branche keine Konstante ist und die Schwankungen zum Teil erheblich sind. Generell gibt es in Deutschland viele Möglichkeiten, im Filmbereich Fuß zu fassen – aber die variieren natürlich stark je nach Department, Position oder ob man im Bereich Fernsehen oder Kino arbeiten möchte. Auch ist die Branche aktuell noch an vielen Stellen recht homogen, was aber Stück für Stück von verschiedenen Seiten her aufgebrochen wird.

Vor welchen Herausforderungen stehen jungen Filmemacherinnen und Filmemachern in Deutschland?
Das ist eine geradezu politische Frage. Die deutsche Filmlandschaft befindet sich in der Dauerdiskussion dazu, was genau Kultur und kultureller Erfolg eigentlich bedeutet. Geht es hier um Wirtschaftlichkeit oder um künstlerische Brillanz? Ist beides vereinbar? Kann man künstlerischen Wert messen? Darf man das überhaupt? In meiner Wahrnehmung ist die Struktur der deutschen Produktionslandschaft gleichzeitig Sicherheitsnetz und Leine. In ihrer Prägung durch Sender, Förderungen und nun auch Streamer bietet sie vielfältige Möglichkeiten. Das bedeutet Unwägbarkeiten, Abhängigkeiten, Bürokratie, Streitigkeiten, aber eben auch viele Chancen.  Nachholbedarf gibt es beim Thema (soziale) Nachhaltigkeit, Diversität und der klareren Fokussierung auf künstlerische Qualität.

Generell gibt es in Deutschland viele Möglichkeiten, im Filmbereich Fuß zu fassen.

Sophie Linnenbaum, Regisseurin

 

Wie geht es dem jungen deutschen Film? Welche Themen sind aktuell besonders relevant? Wir haben mit der Regisseurin Sophie Linnenbaum gesprochen.